Sechs Monate nach der Lancierung der Stopp-Fracking-Initiative haben die Grünen des Kantons Bern den Gemeinden 19’000 Unterschriften zur Beglaubigung zugestellt. Wenn nicht allzu viele Unterschriften ungültig sind, sollte die Initiative also zustande gekommen sein.

Eine Volksinitiative gilt nämlich laut der bernischen Kantonsverfassung als gültig, wenn innert sechs Monaten 15’000 Stimmberechtigte das Begehren unterzeichnen. Mitte Juni wollen die Grünen die beglaubigten Unterschriften bei der Staatskanzlei einreichen, wie sie am Donnerstag mitteilten. Fracking ist eine umstrittene Methode zur Förderung von Erdgas und Erdöl in tieferen und dichteren Gesteinsschichten. Dabei werden Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepumpt, um die Bodenschätze an die Oberfläche zu transportieren. Für die Grünen stellt diese Methode eine grosse Gefahr für Böden und Trinkwasservorkommen dar. Mit der Initiative soll diese Fördermethode vorsorglich verboten werden. Pro Natura Bern und die EVP des Kantons Bern haben die Unterschriftensammlung unterstützt.

Auch Grosser Rat gegen Fracking

Auch der bernische Grosse Rat hat sich kürzlich für ein Fracking-Verbot ausgesprochen: Er überwies Mitte März eine entsprechende Forderung von Grünen, EVP und SP an die Kantonsregierung. Diese will aber das Fracking nicht sofort verbieten, sondern erst bei der nächsten Revision des sogenannten Bergregalgesetzes. Die zuständige Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer sagte im März im Grossen Rat, das geltende Recht stelle für die Förderung von Erdgas schon sehr hohe Anforderungen. Die Grünen schreiben nun, angesichts des Sammelerfolgs für ihre Initiative sei der Regierungsrat «gut beraten, dem Grossen Rat nun rasch die nötige Gesetzesrevision vorzulegen.»

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