Auf den Strassen sind die Staus zunehmend ein Problem. 
Über die Massnahmen ist man sich uneinig. Während die einen eine Temporeduktion fordern, verlangen die anderen eine Erhöhung.

Auf der Suche nach einer Lösung, um die Staus zu reduzieren und das Unfallrisiko zu vermindern, definiert nun ein ETH-Professor das Singapur-Ziel, das nichts anderes bedeutet, die Geschwindigkeit auf Autobahnen auf 65 bis 70 km/h zu reduzieren, was das Tempolimit auf allen anderen Strassen 35 bis 40 km/h nach sich zöge. Dass dabei grüne und linke Politiker ins gleiche Horn stossen, versteht sich von selbst. Experten meinen dagegen, dass eine konsequente Tempoverringerung nichts nütze, weil unterschiedliche Verkehrsmittel auch unterschiedliche Bedürfnisse hätten. Sie befürchten, dass eine derartige Massnahme unsinnig verlängerte Stauzeiten brächten. Konträr dazu stehen die Unterschriften, die diese Woche offiziell gesammelt werden. Ziel ist es, das Tempolimit auf Autobahnen auf 140 km/h zu erhöhen. Initiant der Initiative ist bekanntlich der Zürcher Marco Schläpfer, der ein höheres Tempo fordert. Warum? «Ich und 152’000 andere Personen (auf Facebook, Anm. d. Red) finden, dass 140 bei günstigen Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen ohne Probleme verhältnismässig ist», erklärt der dipl. Wipäd. HSG und lic.oec.HSG. Und: «Wenn es die Verkehrssituation zulässt, soll der Bürger frei entscheiden können, welches Tempo er bis 140 wählt und schneller unterwegs sein will. Die Bürger sind genügend mündig, um selbstbestimmt zu fahren.»

Mehr Einfluss für das Volk
Welchen Sinn macht eine höhere Geschwindigkeit angesichts der Bemühungen in Bezug auf die Unfallprävention des Staates? «Studien aus Deutschland zeigen, dass es dort prozentual nicht mehr Unfälle gibt, obwohl man dort uneinschränkt 
fahren kann. Als Gründe wurde unter anderem genannt, dass die Fahrer aufmerksamer sein müssen, als wenn jeder bei monotonen 120 km/h fährt», argumentiert Marco Schläpfer. Für
 ihn ist die Initiative zudem zu 100 Prozent vereinbar mit dynamischen Geschwindigkeiten. Wenn es die Verkehrslage und Strassenverhältnisse zulassen, soll es seiner Meinung nach möglich sein, schneller fahren zu dürfen. «Die Herabsetzung auf 120 km/h wurde nicht demokratisch legitimiert und ich will, dass das Volk mehr 
Einfluss auf den Strassenverkehr 
nehmen kann», ist ein weiteres 
Schläpfer-Argument. Für ihn geht es deshalb nicht nur um 140. Für ihn 
ist es auch ein wichtiges Zeichen 
nach Bern, damit die Verkehrs-
politik endlich wieder im Sinne des Bürgers macht wird. «Die Interes
sen der Autofahrer werden durch die Politiker aus Wiederwahls- und 
Imagegründen viel zu wenig vertreten.»


W2_FF_003_2205_1spAuch das Tempolimit 80  ist eine rein ideologische Lösung durch Einzelne, die das Autofahren weniger attraktiv machen wollen. Um den Verkehrsfluss zu optimieren gibt es viele bessere Lösungen, die im Sinne der Autofahrer sind. Die grösste Behinderung des Verkehrsflusses auf Autobahnen sind nämlich rücksichtslose Schleicher und Lastwagen, dort muss angesetzt werden. Um bei der Initiative zu bleiben: Unser Ziel ist es, in der Sammelwoche, die noch bis am 24. Mail läuft, die notwendigen Unterschriften zu sammeln. Dazu haben wir über 1000 freiwillige Stimmensammler und Stände in den Kantonen.

 

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