Der ungemein spannende und ereignisreiche Grosse Preis von Ungarn endete für die Partner von Renault Sport F1 mit einer Champagnerdusche: bestes Formel  1-Saisonergebnis für Renault, beste Saisonplatzierung für den Red Bull Racing-Piloten Daniel Ricciardo und die bisher besten Karriereplatzierungen für RBR-Youngster Daniil Kvyat und Toro Rosso-Teenager Max Verstappen. Kvyat und Ricciardo fuhren mit dem ENERGY-F1 2015-Hybridtriebwerk von Renault auf die Podestplätze zwei und drei, Verstappen kam auf Rang vier ins Ziel.
Der zehnte Saisonlauf der Formel 1 auf dem 4,381 Kilometer langen Hungaroring bei Budapest entwickelte sich zum Thriller und begeisterte die Zuschauer mit vielen überraschenden Wendungen – zu denen häufig auch die Piloten mit dem Renault ENERGY F1-2015 im Heck beitrugen. Auf der fahrerisch ebenso reiz- wie anspruchsvollen Strecke gelang Sebastian Vettel der beste Start. Der von Position drei gestartete vierfache Weltmeister übernahm umgehend die Führung und verteidigte sie unangefochten bis zur Zielflagge. Dahinter jedoch tobten begeisternde Positionskämpfe, in denen sich die Renault Partner mit überzeugenden Darbietungen durchsetzten.

Eine fehlerlose Vorstellung lieferte Daniil Kvyat ab: Der 21-jährige Russe aus Ufa hielt sich mit seinem RBR11-Renault ständig in den Punkterängen und kämpfte sich besonders im Anschluss an die Safety Car-Phase im letzten Renndrittel mit schnellen Runden bis in die Spitzengruppe vor. Mit Rang zwei erreichte er das bisher beste Resultat seiner noch jungen Formel 1-Laufbahn.

Für Kvyats Red Bull Racing-Teamkollegen Daniel Ricciardo erwies sich der Weg zum ersten Podestplatz der Saison als weitaus schwieriger. Von Startplatz vier kommend, büsste er nach einer Kollision mit dem Williams von Valtteri Bottas in der Startrunde mehrere Positionen ein. In seiner typischen Art kämpfte sich der Australier mit mutigen und gekonnten Manövern zurück und lag bald wieder in Reichweite der Podestplätze. Nach einem unverschuldeten Kontakt mit dem Auto des WM-Führenden Lewis Hamilton war die Aerodynamik an Ricciardos RBR11 beschädigt. Dennoch fuhr er in dieser Phase Rekordrunden und attackierte schliesslich den auf Rang zwei liegenden WM-Zweiten Nico Rosberg. Bei diesem Manöver fuhr der Deutsche über den Frontflügel des Australiers, der daraufhin unplanmässig an die Box musste. Teamkollege Kvyat zog währenddessen vorbei, Rang drei konnte Ricciardo jedoch sicher verteidigen.

Rund einen Monat vor seinem 18. Geburtstag brillierte Toro Rosso-Renault Pilot Max Verstappen mit einer herausragenden Fahrt, die ihn bis auf Platz vier führte. Selbst eine Zeitstrafe in der Schlussphase konnte das beste Karriereergebnis des Niederländers nicht mehr gefährden.

Sein Teamkollege Carlos Sainz jr. musste seinen STR10 sieben Runden vor Schluss mit technischen Problemen abstellen.

Remi Taffin, Leiter des Renault Sport F1 Einsatzteams: «Es hat sich ausgezahlt, dass wir immer weitergekämpft und -gearbeitet haben. Wir haben nicht nur grosse Fortschritte bei der Zuverlässigkeit über die gesamte Renndauer erzielt, sondern zudem auch bei der Performance einen klaren Schritt nach vorn geschafft, so dass wir jetzt wieder um die vorderen Plätze mitreden können. Uns ist klar, dass noch viel Arbeit vor uns liegt, doch dieses ausgezeichnete Ergebnis vor der Sommerpause sehe ich als grossen Schritt an. Wir wissen, in welche Richtung wir arbeiten und dass wir noch einiges drauflegen müssen, um regelmässig solche Resultate zu erzielen. In der zweiten Saisonhälfte möchten wir die bisher erzielten Fortschritte in Ergebnisse umsetzen. Ein grosser Dank geht an die Belegschaften in England, Italien und Frankreich, die hart für solche Erfolge arbeiten.»

Cyril Abiteboul, Geschäftsführer Renault Sport F1: «Was für ein grossartiges Rennen auf einer tollen Strecke. Ich wünschte, es gäbe auf allen Kursen eine solche Show. Immer, wenn Mercedes unter Druck gerät, zeigt sich, dass sie nicht unschlagbar sind. Es ist schön zu sehen, dass Ferrari wieder siegen kann. Dass Sebastian Vettel seinen Sieg Jules Bianchi widmete, hat uns sehr berührt. Schade ist bloss, dass nicht alle unsre Autos ins Ziel gekommen sind, nachdem bei Carlos Sainz ein technischer Defekt auftrat. Allerdings dürfen wir uns freuen, dass es aus Motorensicht ein weiteres problemloses Rennwochenende war.

Wir wissen, dass wir die Performance weiter verbessern können, und die Fortschritte bei der Zuverlässigkeit erlauben es, mehr Motorleistung freizugeben. An diesem Rennwochenende hat sich auch die enge Partnerschaft mit Total ausgezahlt, denn durch einen neuen Kraftstoff haben wir mehr Leistung aus den Verbrennungsmotoren herausgeholt. Schön, dass wir endlich wieder um Spitzenplätze kämpfen können. Die zweite Saisonhälfte wird sehr interessant, sowohl auf der Strecke als auch im Umfeld. All das gehört zu Formel 1. Jedenfalls fällt es uns jetzt leichter, die Sommerpause zu geniessen.»

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