Sepp Blatter spricht gegenüber dem Westschweizer TV-Sender RTS in pathetischen Worten darüber, wie schlimm es offenbar kurzzeitig um ihn stand.

Doch nun scheint alles plötzlich viel schlimmer gewesen zu sein, wenn man Sepp Blatter glauben mag. Gegenüber dem Westschweizer Fernsehen RTS hat er gesagt: «Ich war dem Tod nahe.» RTS hat gestern in der Sendung «Sport dimanche» erste Ausschnitte aus einem Interview mit Blatter gewährt. Das gesamte Interview wird am Mittwoch ausgestrahlt. Blatter nahm die grosse Sprachkeule zur Hand: «Ich war 48 Stunden lang zwischen den Engeln, die sangen, und dem Teufel, der das Feuer entzündete. Aber die Engel haben gesungen.» Vor vier Tagen hatte er in einem Interview mit der «Obersee Zeitung» noch gesagt: «Ich bin wieder auf dem Damm. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, man wolle mich über Bord werfen. Aber ich schwimme noch so gut, dass ich das Boot aus eigener Kraft wieder erreicht habe.» Vielleicht haben ihm ja Engel geholfen, wieder ins Boot zu steigen, aus dem er gar nicht gefallen war.

Die FIFA-Skandale haben seinem Körper offenbar mehr zugesetzt, als sich Blatter vermutlich zuerst eingestehen wollte. Sein Körper habe schliesslich gemeldet: genug ist genug. Seine Anhänger können jedoch beruhigt sein: «Aber ich habe nie das Bewusstsein verloren, ich habe alles mitbekommen.» Und, man staune: Für UEFA-Präsident und FIFA-Präsidentschaftskandidat hat er plötzlich nette Worte. Platini sei ein «ehrlicher Mann» und «wird gewählt» – sofern er denn zugelassen wird. Auch Platini ist wie Blatter weiterhin von der FIFA suspendiert worden. Geteiltes Leid ist halbes Leid? Oder findet man wahre Freunde nicht nur in der Niederlage, sondern auch in der Suspendierung?

No Comments