Im wahrsten Sinne des Wortes: „Der Fluch der Zeiterfassung“ erfasste während der Präsentation von Dr. 16_zeiterfassung-02Michele Imobersteg auch die Gäste des «NOSUF» Wissens Lunch auf Schloss Schwandegg zu Waltalingen. Denn seit dem 1. Januar 2014 ergänzt die Weisung des SECO betreffend Kontrolle der Arbeitszeit die Regelung der

Zeiterfassung im Arbeitsgesetz (ArG) und in der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (ArGV 1). Was schreibt der Gesetzgeber vor und was müssen Arbeitgeber und Mitarbeiter bei dessen Umsetzung vorkehren?

16_zeiterfassung-03Das Arbeitsgesetz regelt unter anderem die wöchentliche Höchstarbeitszeit, die Tages- und Abendarbeit, die Überzeitarbeit und die zwingende Ruhezeit. Das Arbeitsinspektorat überprüft stichprobeweise oder auf Anzeige hin, ob der Arbeitgeber die gesetzlichen Vorschriften einhält. Dadurch soll der Angestellte in seiner Gesundheit geschützt werden. Was hat die sogenannte Vertrauensarbeitszeit mit Vertrauen zu tun? Wie müssen Überzeit und Überstunden (zwingend) entschädigt werden? Wie muss die Erfassung in einem Kleinstbetrieb erfolgen und mit welchen finanziellen Folgen muss dieser rechnen, wenn er diese unterlässt? Wer ist von der Erfassung ausgenommen? Mit der Beantwortung rechtlicher Fragen beschäftigte sich der erste Teil des Wissenslunch.

Der zweite Teil bezog sich auf die Folgen für die KMU. Wie gross ist der Spagat zwischen Arbeitszeitregelung und dem Trend zur Flexibilisierung der Arbeitszeit? Wie kann eine Unternehmung ihre Marge gegenüber Günstiglohnländern sichern, wenn die Bettruhe vom Staat verordnet wird? Muss die Arbeitszeitregelung dazu führen, dass eine Unternehmung nur noch Mitarbeiter einstellt, welche in kurzer Zeit immer mehr leisten?

Lässt sich obiges unter einen Hut kriegen? Die rege Diskussion nach dem Inputreferat von Dr. Michele Imobersteg liess tief blicken. Erwartungsgemäss führt die obligatorische Zeiterfassung zu Mehraufwand, Unwägbarkeiten, Fragen und möglicherweise auch zu Risiken, welche Unternehmen vor neue Herausforderungen stellen kann. In diesem Sinne empfiehlt sich nochmals ein Blick auf das Referat von Dr. Michele Imobersteg (siehe Rubriken News und Dokumentationen).

 

Michele Imobersteg

Michele Imobersteg, BSc. Wirtschaftsjurist, verfügt über ein betriebswirtschaftliches Fundament mit weiterführenden interdisziplinären Studien in Philosophie (Universität Luzern), Applied Ethics (Zürich), Applied History (Zürich) und Wirtschaftsmediation (Fribourg). Abgerundet hat er seine Fortbildung mit einem MAS in Business Law (Lugano) und Unternehmensjurist (ZHAW).Er greift auf eine langjährige Erfahrung als Inhaber einer 30-köpfigen Kommunikations-Unternehmung zurück. Seine interdisziplinäre Rundumsicht braucht der Unternehmer, um Innovationen anzuschieben, eine Neu-Positionierung nach innen durchzusetzen oder Interessen nach aussen zu verteidigen.
Dr. Michele Imobersteg ist Inhaber der gleichnamigen Wirtschaftskanzlei in CH-8252 Altparadies.

Präsentation: Der-Fluch-der-Zeiterfassung-1.pdf

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