Der Fussball-Weltverband hat die Massnahmen der Schweizer Bundesanwaltschaft im Zusammenhang mit den WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022 generell begrüsst.

Allerdings räumte Kommunikationschefbei einer Pressekonferenz am Sitz der FIFA in Zürich ein: «Das Timing ist nicht das beste: Die Eröffnung des Strafverfahrens gleichzeitig mit dem FIFA-Kongress.» Dieser beginnt am Donnerstag und wird auch wie geplant mit der Wahl des FIFA-Präsidenten am Freitag fortgesetzt.

 
De Gregorio stellte noch einmal klar, dass die FIFA den Generalstaatsanwalt im November vergangenen Jahres gebeten habe, das Verfahren zu eröffnen. «Das ist gut für die FIFA. Es nicht gut für das Image, wegen des Rufes. Im Sinne der Transparenz, dass es bereinigt wird, ist es gut», sagte de Gregorio. «In diesem Kontext ist die FIFA die beschädigte Partei.»

Die Schweizer Behörden stellten unter anderem am Mittwoch im Hauptquartier des Weltverbandes in Zürich elektronische Daten und Dokumente sicher. Die Festnahmen von sechs FIFA-Mitgliedern am frühen Morgen stehen mit diesen Ermittlungen in keinem Zusammenhang.

Kurzfassung / Notizen aus der Pressekonferenz:

«Sepp Blatter ist nicht involviert»

FIFA-Pressesprecher Walter di Gregorio betont, dass Sepp Blatter nichts mit dem Skandal zu tun habe, dass die Wahl wie geplant stattfinden werde, und dass Blatter eine FIFA vertrete, die mit den Behörden kooperiere. Blatter konzentriere sich auf den Kongress, der am Freitag stattfinde.

«Die FIFA ist die Geschädigte»

Der Pressesprecher sagt: «Der Zeitpunkt ist nicht der beste, aber die FIFA begrüsst dieses Verfahren und kooperiert mit den Strafverfolgungsbehörden. Es ist falsch, von einer Hausdurchsuchung zu sprechen. Wir haben alle Informationen und Dokumente zu Verfügungs gestellt – zu unserem eigenen Interesse.»

«Keine Neuvergabe der WM»

Gregorio beantwortet die Fragen eines britischen Journalisten nach einer möglichen Neuvergabe der WM-Standorte mit einem deutlichen Nein.

Hausuntersuchungen bei der FIFA

Die Schweizer Staatsanwaltschaft hat rund um die Vergaben der Fussball-Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar ein Strafverfahren eröffnet.

In dem Zusammenhang seien im Hauptquartier des Fussball-Weltverbandes FIFA in Zürich elektronische Daten und Dokumente sichergestellt worden, teilte die Behörde mit. Es bestehe der Verdacht auf ungetreue Geschäftsbesorgung sowie Geldwäscherei. Die Ermittlungen würden nicht gegen konkrete Personen laufen, hiess es.

Bereits zuvor seien Schweizer Finanzinstitute angeordnet worden, die Bankunterlagen zu erheben. «Die heute sicher gestellten elektronischen Daten und Akten sowie die erhobenen Bankunterlagen dienen sowohl dem Schweizer Strafverfahren als auch ausländischen Strafverfahren», teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Am selben Tag hatte die Schweizer Polizei auf Antrag der USA in Zürich mehrere FIFA-Funktionäre festgenommen. Einen Zusammenhang zwischen beiden Vorgängen gibt es laut der Schweizer Behörden nicht.

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