Das Rebjahr 2016 bezeichnete Michael Fuchs, GVS Kellermeister, anlässlich des Produzentenanlasses als „ein Jahr mit leichtem Schaden“. Dank Wetterwechsel Mitte Jahr und intensiver Arbeit im Rebberg resultierte schliesslich doch noch ein guter Jahrgang.

Pablo Nett begrüsste anlässlich des Produzentenanlasses der GVS die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum „ganz speziellen Rebjahr 2016“. Wie Kellermeister Michaels Fuchs in seinem Rückblick ausführte. Die wohl kälteste Frostnacht der letzten 30 Jahre, in der Nacht auf den 28. April, als die Reben gerade frisch am Austreiben waren, habe die Ertragserwartungen bereits früh getrübt. Kälteseen in engeren Tälern und entlang des Rheins habe zu enormen Schäden geführt. Zum Glück schlummere in den Reben ein gewisses Kompensationspotenzial. Die Blüte setzte dann mit leichter Verspätung ein.

Die Winzer waren gefordert

Die starken Niederschläge in den Monaten Mai/Juni mit hoher Luftfeuchtigkeit hielt die Winzer auf Trab. Sie führten zu starkem Wuchs und Pilzproblemen. Die Winzer waren gefordert. Wer einen Spritztermin verpasste, musste prompt mit Pilzschäden rechnen. Sogar die Kellermeister begannen sich gemäss Fuchs nun Sorgen um die Qualität des Traubenguts zu machen. Die langen Blattnassdauern, der starke Wuchs und der Pilzdruck setzten den Reben stark zu. Nach der langen Regenperiode drohte eine KEF-Plage. Die Winzer, unterstützt durch die nationalen Forschungsorganisationen und das Landwirtschaftsamt der Kantone Schaffhausen/Thurgau unternahmen sehr viel, um die Fliege in Griff zu bekommen.

Erstaunliche Qualität

Im Herbst trat dann ein Wetterwechsel ein. Eine Trockenperiode mit schönem sonnigem Herbstwetter setzte ein, gefolgt von relativ kühlen Nächten im Oktober. Dank diesem Wetterwechsel und der aufopfernden Arbeit der Winzer  konnte schliesslich sehr gesundes und gut ausgereiftes Traubengut geerntet werden. Dank dem trockenen Wetter konnte die Ernte gestaffelt eingebracht werden. „Was kam, war mehr als erstaunlich“, meinte Michael Fuchs. Beim Blauburgunder konnten im Schnitt 94° Oechsle und beim Müller Thurgau 78° Oechsle erzielt werden, beides hervorragende Resultate. Mengenmässig war die Ernte je nach Lage sehr unterschiedlich. Gegenüber den letzten Jahren hat der 2016er wesentlich mehr Säure. Aber lieber mehr Säure als zu wenig. Damit wissen die Kellermeister umzugehen. Säure kann abgebaut werden. Der 2016er wird nach Fuchs fruchtig und lebendig.

Künftige Herausforderungen

Der Klimawandel bringt, wie Fuchs weiter ausführte, neue Herausforderungen. Man müsse immer mehr mit Wetterextremen rechnen, beispielsweise mit langen, starken Regenfällen, einer Zunahme von Unwettern wie Hagel und Sturm, aber auch langen Trockenperioden. Der Pflanzenschutz sei ebenfalls eine grosse Herausforderung. Er erfordere immer mehr Fachkompetenz. Es gebe ein Problem der Resistenzen. Der Bio-Weinbau werde immer mehr zum Thema. Kunden verlangten zunehmend nach Weinen mit einem Bio-Label. Hier ergäben sich neue Marktchancen. Die KEF bleibe weiterhin ein Thema, der man mit Insektiziden, Tonerde-Mineralien und Spezialnetzen beizukommen versuche.

 

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