Das Tennis-Turnier bei den Olympischen Spielen in Rio ist seit vergangenem Sonntag beendet, die Medaillen sind vergeben. Doch das Frauen-Halbfinale zwischen der Schweiz und Tschechien gibt noch immer zu reden.

Die Szene ist uns allen in bester Erinnerung: Martina Hingis und Timea Bacsinszky stehen im Doppel-Halbfinale in Rio gegen das tschechische Duo Lucie Hradecka/Andrea Hlavackova vor dem Aus. Zwei Matchbälle hat die Schweiz gegen sich, zweimal wehrt Martina Hingis erfolgreich am Netz ab. Der zweite Volley trifft Hlavackova mitten im Gesicht; die 30-Jährige muss 20 Minuten lang behandelt werden, danach dreht die Schweiz die Partie.

«Martina ist eine sehr erfahrene und starke Spielerin. Sie ging mit beiden Matchbällen sehr aggressiv um. Beim Zweiten hatte sie einen einfachen Volley und tat nur, was sie zu tun hatte. Ich hätte es auch so gemacht. Es war unglücklich, dass es direkt mein Auge traf», gab Hlavackova nach der Partie zu Protokoll.

Muss Hlavackova operiert werden?

Jetzt die Kehrtwende. Die Nachrichtenagentur «Associated Press» zitiert Hlavakockova wie folgt: «Nach dem Spiel sagte ich mir, das solche Dinge im Doppel passieren. Aber nachdem ich die Fernsehbilder gesehen habe, denke ich, dass sie mir mit Absicht den Ball an den Kopf geknallt hat.»

Vor allem die Reaktion der Schweizer Altmeisterin habe sie enttäuscht. «Martina ärgerte sich darüber, dass mir ein ,Medical Time-out’ zugesprochen wurde. Um mein Auge und meine Verletzung kümmerte sie sich überhaupt nicht.»

Die Verbitterung der Tschechin ist insofern zu verstehen, als sie mit ihrer Partnerin nach der schmerzlichen Niederlage gegen Hingis/Bacsinszky auch noch das Spiel um die Bronzemedaille verlor. Eine Untersuchung im Krankenhaus ergab zudem, dass Hlavackova eine Knochenabsplitterung im Augenbereich erlitten hat und möglicherweise operiert werden muss.

 

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