Röllen, Walzen, Mahlen: Diese Vorgänge könnten zukünftig in der stillgelegten «Neumühle Hallau» erlebt werden. Das alte Handwerk der Müllerei wird durch den Regionalen Naturpark, die Gemeinde Hallau und einer Interessengemeinschaft aus Hallau neu aufgegriffen.

 

Der Klettgau als Teil des Regionalen Naturparks Schaffhausen gilt als eine der Kornkammern der Schweiz. Lange Sonnenscheindauer und relativ tiefe Niederschlagsmengen sind gute Voraussetzungen für den Getreideanbau. Neben der Kultivierung des Weinbaus und dem Genuss der Weine geht die Bedeutung des Getreidebaus für die Region Klettgau jedoch zunehmend verloren. In der Kultur haben Brot und Wein sehr viele Gemeinsamkeiten. Die Verbundenheit dieser Produkte der Landwirtschaft und ihrer Symbole für unsere Gesellschaft sollen wieder vermehrt aufgezeigt werden können.

 
Das Handwerk der Müllerei ist lebhaft
die-alte-muehle-ist-zu-grossen-teilen-noch-intaktDas zeigt sich in der Vielfalt der Produkte auf dem langen Weg vom «Korn zum Mehl». Diese sind unterschiedlich je nach Getreideart, Mahlvorgang und der technischen Möglichkeiten. Auch die weitere Verarbeitung im Bäckereigewerbe, der Nahrungsmittel- bzw. auch der Futtermittelindustrie erfordert Geschick und Fachwissen. In der heutigen, modernen Müllerei ist das urtümliche Handwerk kaum noch sichtbar. Die Vitalität dieses ganzen Prozesses «vom Korn zum Brot» könnte sich in der Neumühle Hallau, die bis in die Neunzigerjahre hinein noch produktiv genutzt wurde, lebhaft vermitteln lassen. Zwei Walzenstühle mit allen vorgelagerten Prozessen über vier Etagen können mit wenig Aufwand wieder instand gestellt werden – als erlebbare Mühle.

 

Zukünftiger Verkaufsort von Regioprodukten
Darin soll auch die Entwicklungsgeschichte der Landwirtschaft im Klettgau aufgezeigt werden. Produkte und Nebenprodukte aus Getreide werden dargestellt und zusammen mit weiteren Regioprodukten im Verkauf angeboten. Weiter soll die Mühle als Begegnungsstätte und Kulturraum für verschiedene kleinere Anlässe dienen. Auch ein Café mit Erlebnisbäckerei sowie eine Begegnungsstätte und Kulturraum für verschiedene Anlässe im kleinen Rahmen sind denkbar.

 
IG Erlebnismühle Hallau
Das Projekt sucht die Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Institutionen. Am 3. März 2016 wurde deshalb die IG Erlebnismühle Hallau ins Leben gerufen. Neben der Familie Lüscher als Liegenschaftsbesitzerin sind das kantonale Weinbaumuseum, das Ortsmuseum Hallau, Hallau Tourismus, der Häfeli-Beck, die IG Emmer/Einkorn sowie weitere Interessierte der Hallauer Bevölkerung Mitglied. Mit dem Partner „Kantonales Weinbaumuseum“ kann ein einzigartiges Angebot zum Thema „Wein und Brot“ aufgebaut werden. In einem ersten Schritt wird nun ein detaillierter Businessplan ausgearbeitet, die Finanzierung sowie Machbarkeit geprüft sowie Interessenten für eine zukünftige Trägerschaft gesucht. Für das Ausstellungskonzept wird mit Experten des bestehenden Mühleramas Tiefenbrunnen zusammengearbeitet.

 

Dieses Projekt trägt alte Früchte: Bereits vor der Errichtungsphase (2011) wurde diese Projektidee von einer Arbeitsgruppe in Hallau angestrebt. Durch den negativen Entscheid der Gemeinde Hallau für die Mitgliedschaft im Regionalen Naturpark wurde es nicht weiterverfolgt. Seit 2016 ist Hallau Mitglied Vollmitglied im Naturpark. René und Stephanie Lüscher haben aus diesem Grund das Projekt reaktiviert.

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