Die meisten Einbrecher steigen durch Fenster oder Türen 
in Häuser ein. Fenster ohne Sicherheitsvorrichtungen können von Profis rasch und ohne grossen Aufwand geknackt werden.

W2_FF_016_2208_Einbruch_2spAlle neun Minuten wird gemäss einer Medienmitteilung von comparis.ch von Ende April dieses Jahres in der Schweiz eingebrochen, 167 Mal am Tag, Tendenz steigend. Abgesehen von den materiellen Schäden – weit mehr als ein Drittel aller Haftpflicht- und Hausratsschäden gehen heute auf das Konto von Einbrechern und Dieben – leiden die Opfer danach oft jahrelang unter Ängsten, verursacht durch den Umstand, dass man sich nicht einmal in den eigenen vier Wänden sicher fühlen kann. Sicherheit ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen.

Schwachstelle Fenster
Als grösste Schwachstellen erweisen sich ältere Fenster und Balkontüren. Sie bilden beliebte Einstiegsorte für Einbrecher, denn jedes normale, nicht speziell gesicherte Fenster kann von einem Einbrecher innerhalb von weniger als 30 Sekunden geknackt werden. Ein Schraubenzieher, ein Hammer oder ein Hebelwerkzeug genügt. Die üblichen Fensterverschlüsse dienen vor allem der Dichtigkeit und nicht dem Einbruchschutz. Es besteht daher an vielen Orten Handlungsbedarf. Auch ältere Objekte können nachgerüstet werden.
Einbrüche lassen sich nicht ganz verhindern, aber verzögern und erschweren. Tatsache ist, dass es keinen absoluten Schutz gibt. Jedes Element eines Fensters oder einer Tür hält einem Einbruchsversuch nur eine gewisse Zeit stand. Daher ist die Philosophie der Sicherheitstechnik, es Einbrechern möglichst schwer zu machen, in das Innere einer Wohnung oder eines Hauses zu gelangen. Das heisst, die Zeit zu verlängern, die Täter für einen erfolgreichen Angriff brauchen. Schon der Anblick von vorhandener Sicherheitstechnik schreckt etliche Täter ab, die meisten geben auf, wenn der Einbruchsversuch eine bestimmte Zeit überschreitet.

Ausbaubare Sicherheitsstufen
Für die Sicherheit von Fenstern und Türen gelten europaweit einheitliche Normen. Es wird zwischen verschiedenen Widerstandsklassen oder Resistance class (RC) unterschieden. Je höher die Klasse, umso besser schützt das Fenster vor Einbrechern. RC 1+2 steht für «Guter Schutz für den privaten Anwender». Das mehrstufige Sicherheitskonzept ermöglicht es, die Fenster der individuellen Gefährdungssituation und persönlichen Sicherheitsbedürfnissen anzupassen. Die meisten Sicherheitskomponenten können auch bei bereits eingebauten Fenstern nachgerüstet werden und gewährleisten eine effiziente und nachhaltige Schutzwirkung.

Sicherheit, die sich jedermann leisten kann, besteht aus zwei Sicherheitsschliessstellen und einem abschliessbaren Fenstergriff. Sie garantieren, dass das Fenster mithilfe von einfachen Werkzeugen nicht mehr aufgebrochen werden kann. Je nach Fenstergrösse empfiehlt der Fachmann zusätzliche umlaufend angeordnete Sicherheitsschliessstellen. Solche Fenster erfüllen die Norm RC1.

W2_FF_016_2208_Glasbruch_2spFenster der höchsten mechanischen Sicherheitsstufe werden zusätzlich mit Verbundsicherheitsglas ausgerüstet. Bei einem Einbruchversuch wird das Glas zwar beschädigt, das Hindurchgreifen oder -steigen aber massiv erschwert. So ausgerüstete Fenster erfüllen die Anforderungen der RC2.
Wird noch mehr Sicherheit gewünscht, kann der Fensterbauer die Fenster zusätzlich mit einem elektronischen Überwachungssystem ausrüsten. Versucht ein Einbrecher das Fenster zu manipulieren, reagiert das System auf diesen Eingriff und es ertönt ein lautes Alarmsignal, das den Einbrecher vertreibt. Denn Lärm ist einer der grössten Feinde des Einbrechers.

 

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