Im Kaufvertrag ab Plan wird die Mängelhaftung des Verkäufers häufig ausgeschlossen. Der HEV will die Käufer schützen und 
fordert ein Verbot des Mängelhaftungsausschlusses.

Immo-Tipp vom Profi Der Kauf einer Eigentumswohnung ab Plan ist sehr komplex, vieles muss beachtet werden. Genügen die Budgetbeträge, wie wird mit Mehr- oder Minderkosten umgegangen, was kann der Käufer mitbestimmen und was nicht? Die Erfahrung zeigt, dass viele Käufer einer Neubauwohnung die Bedeutung und Tragweite von einzelnen Vertragsbestimmungen berechtigterweise nicht verstehen. Die Experten des HEV Region Winterthur stehen Ihnen gerne zur Verfügung bei Objektprüfung, Vertragsprüfung, Wohnungsübergabe oder Mängelbehebung. Ralph Bauert, Geschäftsführer, 
HEV Region Winterthur. 
rbauert@postmedien.ch

Immo-Tipp vom Profi
Der Kauf einer Eigentumswohnung ab Plan ist sehr komplex, vieles muss beachtet werden. Genügen die Budgetbeträge, wie wird mit Mehr- oder Minderkosten umgegangen, was kann der Käufer mitbestimmen und was nicht? Die Erfahrung zeigt, dass viele Käufer einer Neubauwohnung die Bedeutung und Tragweite von einzelnen Vertragsbestimmungen berechtigterweise nicht verstehen. Die Experten des HEV Region Winterthur stehen Ihnen gerne zur Verfügung bei Objektprüfung, Vertragsprüfung, Wohnungsübergabe oder Mängelbehebung.
Ralph Bauert, Geschäftsführer, 
HEV Region Winterthur. 
rbauert@postmedien.ch

Wohneigentum liegt im Trend und viele möchten sich den Traum der eigenen Wohnung erfüllen. Man entscheidet sich für eine geplante Neubauwohnung, dem sogenannten «Kauf ab Plan». Der Käufer geht davon aus, dass diese Wohnung durch einen Generalunternehmer gebaut wird, welcher sich nach der Erstellung auch um die Mängelbehebung kümmert. Leider drücken sich immer mehr Generalunternehmer von dieser Pflicht und schliessen im Kaufvertrag die Mängelhaftung aus. Sie wollen die Verantwortung für Mängel nicht übernehmen. Als Folge davon muss der Wohnungskäufer sich bei jedem Mangel an den verantwortlichen Subunternehmer wenden und bei diesem die Mängelbehebung durchsetzen. Dass dem Wohnungskäufer für die Mängelrüge nur sieben Tage Zeit bleiben, andernfalls er alle seine Recht verliert, ist ein grosses Problem. Selbst für den Fachmann ist es nicht immer klar, welcher Unternehmer für einen Mangel tatsächlich verantwortlich ist. Weitere Probleme bestehen dann, wenn der Subunternehmer eine ausländische Firma ist, oder wenn der Subunternehmer bereits Konkurs gegangen ist.

Grosse Probleme 
bei der Mängelbehebung
Eine Untersuchung des HEV hat ergeben, dass beim Bauen jeder dritte Eigentümer grosse Probleme mit seinem Generalunternehmer hat, in 18 Prozent der Fälle kommt es sogar zu einem Gerichtsverfahren. Da der Generalunternehmer seine Haftung wegbedungen hat, ist bei der Auswahl des jeweiligen Subunternehmers der Preis oft wichtiger als die Qualität. In 69 Prozent der Fälle wurden die gerügten Mängel nur schleppend oder gar nicht beseitigt. Dies könnte einer der Gründe sein, weshalb die Generalunternehmung bei dieser Untersuchung als die schlechtesten der am Bau beteiligten Akteure abgeschnitten haben. Für den Wohnungskäufer bedeutet dieser Ausschluss der Mängelhaftung ein grosses Risiko, dessen er sich in den meisten Fällen nicht einmal bewusst ist, wenn er den Kaufvetrag beim Notariat unterzeichnet. Gemäss Professor Hubert Stöckli von der Universität Freiburg ist diese Praxis nicht nur unfair, sondern verstösst auch gegen das Gesetz des unlauteren Wettbewerbs. Falls die Gerichte diese Meinung stützen, wäre der Ausschluss der Mängehaftung ungültig und der Generalunternehmer haftet weiterhin für die Mängel. Aufgrund der finanziellen Tragweite eines solchen Vertrages empfiehlt sich eine Vertragsprüfung durch eine neutrale Fachperson. Diese Prüfung sollte am Besten vor der Reservationsanzahlung erfolgen, spätestens aber vor der öffentlichen Beurkundung. Es ist auch wichtig, dass der Käufer sich vom Verkäufer nicht unter Zeitdruck setzen lässt, sondern sich die notwendige Zeit für eine sorgfältige Vertragsprüfung nimmt.

HEV fordert faire Verträge
W4_WL_021_2609_Immo-Kaufvertrag_1spDer Hauseigentümerverband der Region Winterthur kämpft dafür, dass diese unfairen und riskanten Klauseln aus den Kaufverträgen verschwinden und hat die Notariate aufgefordert, in Zukunft keine Kaufverträge mit solchen Klauseln zu beurkunden. In einer Arbeitsgruppe hat das Zürcher Notariatsinspektorat dieses Thema behandelt und neue Musterklauseln für den Kauf von Eigentumswohnungen ab Plan erarbeitet. An einer öffentlichen Veranstaltung vom 26. November 2013 wird die Problematik beim «Kauf ab Plan» durch Fachleute behandelt und die neuen Vertragsklauseln vorgestellt. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.hev-winterthur.ch. Informationen erhalten Sie unter www.hev-winterthur.ch.

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