Die FIFA-Ethikkommission hat Weltverbandspräsident Sepp Blatter und UEFA-Chef Michel Platini für jeweils 90 Tage gesperrt. Während dieser Zeit sind die beiden Funktionäre von allen Fussball-Aktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene ausgeschlossen.

Die Sanktionen seien Resultate der Ermittlungen der Ethik-Untersuchungskammer, teilte die rechtsprechende Kammer unter Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert am Donnerstag mit. Blatter und Platini bleiben zwei Tage Zeit für einen Einspruch.

Detaillierte Gründe darf das Gremium nicht veröffentlichen. Mit dem Bann gegen Blatter vertritt ihn laut Satzung vorerst Vizepräsident Issa Hayatou aus Kamerun im höchsten FIFA-Amt. Der britische TV-Sender BBC und die Zeitung «Sunday Times» brachten 2010 und 2011 allerdings auch Hayatou mit Korruption im Rahmen von TV-Rechten und der Vergabe der WM 2022 in Katar in Verbindung. Das Chaos scheint nun vorprogrammiert.

Auch Valcke suspendiert

Platini will trotz der Suspendierung um seine Kandidatur als Nachfolger Blatters kämpfen. Er habe am Donnerstagmorgen die nötigen Unterstützerstimmen für eine Bewerbung eingereicht, teilte der Franzose in einem schriftlichen Statement mit – vor der Entscheidung der FIFA-Ethikkommission.

Der Südkoreaner Chung Mong Joon, der im Februar ebenfalls als FIFA-Präsident kandidieren wollte, wurde für sechs Jahre gesperrt und muss eine Busse von 100’000 Franken zahlen. Weiter wurde FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke, der von der FIFA bereits Mitte September freigestellt worden war, ebenfalls für 90 Tage suspendiert.

«Ungetreuen Geschäftsbesorgung»

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte vor zwei Wochen ein Strafverfahren gegen Blatter unter anderem wegen des Verdachts der «ungetreuen Geschäftsbesorgung» eingeleitet. Platini war von den Schweizer Behörden wegen einer von Blatter empfangenen Zahlung in Höhe von zwei Millionen Schweizer Franken als Auskunftsperson gehört worden.

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