Am 10. April wird im Kanton Thurgau der Grosse Rat für die 
nächsten vier Jahre neu bestellt. Für die 130 Sitze bewerben sich auf 
50 Wahllisten insgesamt 914 Kandidatinnen und Kandidaten.

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Noch bis zum 10. April prägen Wahlplakate das Strassenbild im Thurgau.Bild: as

Die Ausgangslage für die Grossratswahlen im Kanton Thurgau ist spannend, handelt es sich doch erst um die zweiten Wahlen nach der neuen Bezirkseinteilung von 2011. Die Anzahl der Bezirke wurde damals bekanntlich von acht auf fünf reduziert. Es stellt sich nun die Frage: Wird die parteipolitische Zusammensetzung jetzt, wo man sich an die neue Einteilung gewöhnt hat, in den einzelnen Bezirken bestätigt? Bei der Verteilung der Sitze auf die fünf Bezirke hat es gegenüber den letzten Wahlen eine leichte Verschiebung gegeben. Der Bezirk Frauenfeld muss einen Sitz zu Gunsten des Bezirks Kreuzlingen abgeben. Wie wirkt sich das aus? Wie schneiden die «neuen» Mitteparteien ab, die aus den Wahlen vor vier Jahren als grosse Sieger hervorgegangen waren? Bei den nationalen Wahlen vor einem Jahr gehörten sie jedoch zu den Verlierern.
Kann die SVP wieder zulegen
Eine Partei, die SVP, dominiert die Politik im Thurgau seit nunmehr 20 Jahren. Sie hat seit 1992 einen rasanten Aufschwung erlebt. Den Zenit erreichte sie im Jahr 2008, als sie einen Wähleranteil von über 35 Prozent erreichte. Bei den Wahlen vor vier Jahren wurde dieser Vormarsch gestoppt. Sie verlor damals knapp sechs Prozent. Es stellt sich nun die Frage, ob sie bei diesen Wahlen wieder zulegen kann.
Zu den Kandidierenden
Gemäss Mitteilung der Staatskanzlei bewerben sich für die 130 Sitze im Thurgauer Kantonsparlament mit 914 Personen genau gleichviele Kandidatinnen und Kandidaten wie vor vier Jahren. 627 Männern stehen 287 Frauen gegenüber. Der Frauenanteil beträgt damit 31,4% und erhöhte sich gegenüber den letzten Wahlen leicht um 1,2%. Während die Junge EVP einen Frauenanteil von 45,8% aufweist, sind die Listenplätze der SVP nur zu 18,5% mit Frauen besetzt. Die SVP nimmt somit beim Frauenanteil das Schlusslicht ein. Von den grösseren Parteien hat die SP mit 44,3% am meisten Frauen auf den Listen. Von den bisherigen Kantonsrätinnen und Kantonsräten treten 114 zu einer Wiederwahl an.
Listenverbindungen
Gute Listenverbindungen können zum Wahlerfolg einer Patei beitragen. Für die Wahlen im April verbinden sich die Parteien in den einzelnen Bezirken wie folgt: Bezirk Kreuzlingen: Listen 1 (EDU) und 7 (CVP), Listen 3 (EVP), 11 (glp) und 12 (BDP), Unterlistenverbindung Listen 3 (EVP) und 9 (JEVP), Listen 4 (GP) und 5 (SP/Gew), Unterlistenverbindung Listen 5 (SP/Gew) und 6 (JUSO), Listen 8 (FDP) und 10 (SVP). Bezirk Münchwilen: Listen 1 (EDU) und 3 (EVP), Listen 4 (GP) und 11 (glp), Listen 7 (CVP) und 12 (BDP), Unterlistenverbindung Listen 2 (JCVP) und 7 (CVP), Listen 8 (FDP) und 10 (SVP). Bezirk Weinfelden: Listen 1 (EDU) und 3 (EVP), Listen 4 (GP) und 5 (SP/Gew), Listen 7 (CVP), 11 (glp) und 12 (BDP), Listen 8 (FDP) und 10 (SVP).
SVP mit 30,37% Wähleranteil: 41 Sitze
FDP mit 14,20% Wähleranteil: 18 Sitze
CVP mit 14,20% Wähleranteil: 21 Sitze
SP mit 13,38% Wähleranteil: 19 Sitze
GPS mit 7,72% Wähleranteil: neun Sitze
glp mit 5,89% Wähleranteil: sechs Sitze
BDP mit 4,79% Wähleranteil: fünf Sitze
EVP mit 4,74% Wähleranteil: fünf Sitze
EDU mit 4,41% Wähleranteil: sechs Sitze
Insgesamt zwölf Parteien oder Gruppierungen kämpfen am 10. April um Sitze im Thurgauer Kantonsparlament für die Legislaturperiode 2016–2020.

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