Vertreter des Fachbereichs Soziale Arbeit an der Fachhochschule St.Gallen haben 55 Frauen und 11 Männern das Bachelor-Diplom überreicht und sie in den Berufsalltag entlassen. Die Studierenden feierten ihren Erfolg am 17. März im Pfalzkeller. Die Festrede hielt Regierungsrat Fredy Fässler. Er wünscht sich mehr Männer im Be-ruf der Sozialen Arbeit und mehr Frauen in leitenden Positionen.
Verwandte, Bekannte und Freunde waren in den vollbesetzten St.Galler Pfalzkeller geströmt, um die Diplomandinnen und Diplomanden zu feiern. Barbara Fontanellaz, Leiterin des Fachbereichs Soziale Arbeit an der Fachhochschule St.Gallen (FHS), gratulierte zum erfolgreichen Studienabschluss. Lange hätten sie für das Diplom ge-arbeitet, viele Prüfungen abgelegt und zwischendurch vielleicht sogar gezweifelt, ob sie jemals das Ziel erreichen würden, sagte sie in ihren Begrüssungsworten. Sie wünschte den 66 Studierenden Mut, Zuversicht und Durchsetzungskraft, um sich im Beruf der Sozialen Arbeit erfolgreich einbringen zu können.
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Einstehen, aufstehen, zusammenstehen
Die Diplomfeier sei der Moment, um kurz zurückzulehnen, bevor sich die frisch aus-gebildeten Berufsleute der Sozialen Arbeit den brennenden gesellschaftlichen The-men stellten, sagte FHS-Rektor Sebastian Wörwag. «Die Gesellschaft steht vor gros-sen Herausforderungen, für die es Lösungen oder zumindest Entwicklungen braucht», betonte er. Alle seien gefordert, für andere Menschen, für ihre Würde und für Gerechtigkeit einzustehen. Einstehen, Aufstehen und Zusammenstehen sei ge-fragt.
Gerade in der Sozialen Arbeit könne es hilfreich sein, sich nicht zufrieden zu geben, falls ein Mensch und sein Handeln auf den ersten Blick unverständlich seien, erklärte der FHS-Rektor weiter. Wer einen zweiten Blick wage und sich mit der Situation aus-einandersetze, erhalte vielleicht ganz neue Erkenntnisse. Sebastian Wörwag rief die
Diplomandinnen und Diplomanden dazu auf, den Menschen auch angesichts aller Unverständlichkeiten mit offenem Blick zu begegnen.
Mehr Männer gefragt
Regierungsrat Fredy Fässler, Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartementes des Kantons St.Gallen, ging in seiner Festrede auf die unterschiedliche Zahl von Männern und Frauen im Beruf der Sozialen Arbeit ein. Die Männer seien bereits im Studium untervertreten. Der Grund liege vielleicht darin, dass man in der Sozialen Arbeit nicht das ganz grosse Geld verdienen könne. Oder es liege vielleicht daran, dass den Frauen Solidarität und Gerechtigkeit die grösseren Anliegen seien, sagte er. «Gerade weil aber in den Gefängnissen, in Asylzentren, bei der Jugendanwalt-schaft oder in der Bewährungshilfe die Klientel mehrheitlich männlich ist, wären Männer sehr gefragt.»
Umgekehrt falle auf, dass Frauen in den Leitungsgremien überproportional unterver-treten seien, hielt der Festredner fest. Sehe man, wie der Beruf stark von den weibli-chen Fachpersonen geprägt werde, sei dies umso erstaunlicher. Fredy Fässler gab seinem Wunsch Ausdruck, dass Frauen ihre Zurückhaltung ablegen und sich ver-mehrt für Führungspositionen bewerben.
Nach der Festrede übergab Barbara Fontanellaz die Diplome. Gitarrist Simon Kess-ler gestaltete den musikalischen Teil der Diplomfeier.

Die Absolventen aus dem Thurgau sind:

Nicola Bächler, Weinfelden
Anita Boos, Wängi
Svenja Bucher, Sitterdorf
Ramona Ceccato, Amriswil
Carina Dornig, Oberaach
Patrizia Materni, Roggwil
Rebecca Michel, Zihlschlacht
Karine Müller, Herdern
Ornella Müller, Romanshorn
Joëlle Magalie Robert, Kreuzlingen
Samuel Sommer, Frauenfeld
Sarah Spichtig, Herdern
Nadine Suhner, Steinebrunn
Stephanie Wittker, Kreuzlingen
Daria Alexandra Wreczycki, Romanshorn

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