W2_FF_004_2104_Bertelmann-u_2spBevor Bernhard Bertelmann zum Kantonsbibliothekar gewählt worden ist, hat er in rund 25 Jahren das Bibliothekswesen in verschiedenen Funktionen à Fond kennen gelernt. Er ist also ein Praktiker, der sämtliche Bereiche des Bibliothekwesens kennt. Begonnen hat er nach einer Sekundarlehrerausbildung in der Pestalozzi-Bibliothek in Zürich, der öffentlichen Bibliothek der Stadt Zürich. Hier hat er sich zum Diplom-Bibliothekar ausbilden lassen. Von hier aus hat er nach St. Gallen in die moderne, wissenschaftliche Bibliothek der Universität HSG gewechselt. Die Zeit an der HSG hat ihn, wie er selber bekennt, stark geprägt. An seiner dritten Station, der Kantonsbibliothek St. Gallen, der Vadiana, mit ihren grossartigen historischen Beständen hat er schliesslich auch den historischen Bereich kennen gelernt. Hier war er Stellvertreter des Kantonsbibliothekars.
Sämtliche Bereiche vereint
W2_FF_004_2104_Bertelmann-o-R3_2spIn der Thurgauer Kantonsbibliothek findet er nun alle drei Bereiche vereint. Mit der Integration der Stadtbibliothek 1864 ist sie zur Volksbibliothek geworden und mit der Übernahme von Teilen der Klosterbibliotheken verfügt sie über einen wertvollen historischen Grundbestand. Ihre Kernaufgabe aber ist, wie Bertelmann betont, die Pflege der Thurgoviana, Schriften über und aus dem Thurgau zu sammeln, pflegen und zu vermittlen. Dadurch ist die Kantonsbibliothek Teil des Gedächtnisses des Kantons und hilft mit, die Identifikation des Kantons zu stärken. «Mein Ziel ist es, die einzenen Bereiche nicht gegeneinander abzuschotten», so Bertelmann. Darum sei es ihm ein Anliegen, dass auch immer eine Person mit einer wissenschaftlichen Ausbildung hier tätig sei, jemand der auch die Sprache der Wissenschaft spreche. Die Kantonsbibliothek sei für alle da. Das drückt sich auch in der Breite der Veranstaltungen aus, die von der Kantonsbibliothek angeboten werden: von wissenschaftlichen Anlässen über Dichterlesungen, Lesungen von lokalen Autoren bis zum Buchstart von Kindern. Auch das Engagement bei der Aktion «Frauenfeld liest ein Buch» oder am Frauenfeder Bücherfest vom 27. bis 29. Mai gehört dazu.
Anspruchsvolle Aufgabe
Die Aufgabe als Kantonsbibliothekar ist sehr anspruchsvoll. Neben dem Fachwissen zur Betreuung einer vielfältigen Bibliothek muss er auch die Fähigkeit besitzen, Personal zu führen, werden doch in der Kantonsbibliothek insgesamt 23 Personen für 14 ½ Stellen beschäftigt – inklusive einer Lernenden und einer Praktikantin.
In Musse ein Buch lesen
In seiner Freizeit oder in den Ferien geniesst er es, einmal in Musse ein Buch lesen zu können. Daneben engagiert er sich in verschiedenen Vereinen wie im Historischen Verein des Kantons Thurgau oder im Bibliotheksverband Schweiz. Früher war er ein begeisterter Fussballer. Er brachte es bis ins Nachwuchskader des FC St. Gallen. Mit 25 Jahren trat er vom aktiven Sport zurück. Bis vor einigen Jahren war er auch in der Politik aktiv. Er engagierte sich zwei Amtsperioden im Stadtparlament von Arbon. Bernhard Bertelmann ist ein Feinschmecker. Er schätzt vor allem die italienische Küche, begleitet von ausgesuchten Weinen.

Bernhard Bertelmann
verheiratet, wohnhaft in Arbon, ist in Rapperswil-Jona aufgewachsen, hat am Gymnasium Pfäffikon die Matura und anschliessend an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen die Sekundarlehrerausbildung absolviert. An der Pestalozzi-Bibliothek in Zürich fand er eine erste Anstellung, wo er eine Ausbildung zum Diplombibliothekar BBS genoss. Anschliessend war er über zehn Jahre an der Universitätsbibliothek St. Gallen (HSG) tätig. 2005 wurde er Stellvertreter des Kantonsbibliothekars an der Vadiana St. Gallen. Seit 2012 ist er Kantonsbibliothekar im Kanton Thurgau. Neben permanenter Weiterbildung hat er an der FH Chur ein Nachdiplomstudium Information und Dokumentation abgeschlossen.

 

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