Im Rahmen eines «Genussabends» in der Kartause Ittingen ehrte 
der Branchenverband Thurgau Weine die 2015 mit insgesamt 
16 Gold- und 21 Silbermedaillen ausgezeichneten Thurgauer Winzer.

Thomas Vaterlaus, Weinfachmann und Chefredaktor der Zeitschrift «Vinum», stellte im Rahmen eines «Genussabends» in der Kartause Ittingen die Winzer mit ihren prämierten Weinen der Jahrgänge 2013/14 vor. Es seien keine einfachen Weinjahre gewesen und trotzdem resultierten «frische, knackige Weine». Der Thurgau mit seinen rund 260 Hektaren Reben sei im Vergleich zu Zürich oder Schaffhausen ein kleiner Weinbaukanton, die Resonanz in der Presse und bei Concours sei aber vergeichbar mit diesen. Vaterlaus machte dafür hauptsächlich zwei Gründe aus: die Klimaerwärmung einerseits und das technische Knowhow im Rebberg und in der Vinifikation anderseits. Dieses sei so hoch wie noch nie. Es werde im Thurgau vor allem von jungen Winzern «Feintuning beim Wein» auf hohem Niveau betrieben.

Rebbaukommissär Markus Leumann bestätigte diese Analyse. Vor allem 2014 sei ein herausforderungsreiches Jahr gewesen. Gerade darum überzeugten die vielen Prämierungen und bereiteten doppelte Freude. Vergessen seien all die Mühen, Fragen und Ungewissheiten. Diese schwierigen Weinjahre bewiesen, dass die Qualität weiter gestiegen sei.

Ausgezeichnete Weisse 
im Rotweinkanton Thurgau
Der Thurgau ist bezogen auf die Rebfläche ein Rotweinkanton, ist diese doch zu Zweidritteln mit roten Traubensorten bestückt. Bei einer Analyse der prämierten Weine fällt gemäss Vaterlaus hingegen auf, dass die Weissen deutlich vorne liegen (von den 37 Auszeichnungen entfallen 21 auf Weisse und 16 auf Rote). Hauptsorten sind mit zusammen gut 80 Prozent Blauburgunder und Müller Thurgau. Sie dominieren bei den Prämierten aber nicht im erwarteten Ausmass. Mit zwölf Blauburgundern und sieben Müller Thurgau bilden diese Sorten aber eine solide Basis, zumal sie in den sieben Cuvées ebenfalls vertreten sind. Müller Thurgau ist gemäss Hermann Steitz von Volg als frischer, fruchtiger, knackiger Wein eindeutig wieder im Vormarsch.

Weitere Auszeichnungen
Neben dem Medaillensegen, zu dem verschiedene Produzenten ihren Beitrag leisteten, konnten sich verschiedene Thurgauer Winzer über weitere Auszeichnungen freuen. So fanden fünf Thurgauer Betriebe Aufnahme in die erstmals erschienene Liste von Vinum «Die 100 besten Weingüter der Schweiz» und zwei in jene von Gault Millau «Die 100 besten Schweizer Winzer». Roland und Karin Lenz wurden zum «Schweizer Bio Weinbauer des Jahres» erkoren.
Eine Liste von allen 37 prämierten Weinen finden Sie auf der Homepage www.thurgauweine.ch.n
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