Die Ausstellung  im Museum für Kommunikation, Bern, «Dialog
mit der Zeit», thematisiert das Alter. Das ist ebenso vielfältig wie 
die Jugend. Diese Botschaft ist bei uns noch kaum angekommen.

Generationenbeziehungen Welche Konfliktpotenziale liegen im demographischen Wandel? Was bedeutet es, wenn Generationengerechtigkeit und Generationenverträglichkeit die Leitbegriffe und Zielvorgaben für gesellschaftliche und politische Entwicklungen sind? Welche Rolle werden die Menschen der dritten Generation künftig übernehmen, nachdem man sie in der Vergangenheit mit der Pensionierung auf die Tribüne verbannt hat? Unbestreitbar sind die zukünftigen Beziehungen zwischen den Generationen und eine angemessene Generationenpolitik Voraussetzungen für eine friedliche, soziale und liberale Gesellschaft. Es bedarf einer Neuformulierung des Generationenvertrags. Gegenseitiger Respekt und Dialogbereitschaft über alle Stufen sind nötig.  René Künzli. rkuenzli@postmedien.ch

Generationenbeziehungen
Welche Konfliktpotenziale liegen im demographischen Wandel? Was bedeutet es, wenn Generationengerechtigkeit und Generationenverträglichkeit die Leitbegriffe und Zielvorgaben für gesellschaftliche und politische Entwicklungen sind? Welche Rolle werden die Menschen der dritten Generation künftig übernehmen, nachdem man sie in der Vergangenheit mit der Pensionierung auf die Tribüne verbannt hat? Unbestreitbar sind die zukünftigen Beziehungen zwischen den Generationen und eine angemessene Generationenpolitik Voraussetzungen für eine friedliche, soziale und liberale Gesellschaft. Es bedarf einer Neuformulierung des Generationenvertrags. Gegenseitiger Respekt und Dialogbereitschaft über alle Stufen sind nötig.
René Künzli. rkuenzli@postmedien.ch

Spitzenposten in der Politik, in der Wirtschaft, im Finanzwesen, in internationalen Organisationen oder auch in der Kirche, werden oft von 68- bis 70-Jährigen und Älteren bekleidet. An der Spitze der Vereinten Nationen (UNO) etwa steht der 72-jährige Ban Ki–moon, der kürzlich in der Schweiz weilende Präsident der Tunesischen Republik, Beji Caid Essebsi, wird dieses Jahr 90. Die Chefin des Federal Reserve System(FED) und damit Währungshüterin der USA, Janet Yellen, steht im 70. Altersjahr, und Papst Franziskus wird in diesem Jahr 80.
Bei den Vorwahlen für die Präsidentschaft in den USA sind Ältere an vorderster Front dabei.
Anders läuft es bei uns. Für 65- bis 70-Jährige und Ältere gibt es nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch in diversen gesellschaftlichen Bereichen bei Verbänden Barrieren oder Ungleichbehandlungen.
Barrieren und Ungleichheit
So bestehen u. a. etwa:
Auf kantonalen und vor allem auf lokalen Ebenen oft noch Altersguillotinen für politische und öffentliche Ämter. Was schon deshalb fragwürdig ist, weil es besonders auf lokaler Ebene stets schwieriger wird, Leute für solche Ämter zu gewinnen. Zudem haben Ältere die dafür notwendige Zeit, die den Erwerbstätigen vielfach fehlt und sie bringen Erfahrungswissen mit;
Das Alter ist oftmals Grund, dass jemand keinen Kurs oder keine Fortbildung mehr besuchen kann, da das Alter, so die landläufige Meinung, weniger lernfähig sei. Lernfähigkeit ist jedoch an kein Alter gebunden. Zudem passen solche Alterslimiten schlecht zur Forderung nach lebenslangem Lernen.
Bei einigen Versicherungen, besonders bei Autoversicherungen, müssen Ältere oftmals höhere Prämien zahlen;
70-Jährige und Ältere erhalten auch keine Kredite mehr und nur selten neue Hypotheken auf ein Haus, auch wenn sie finanziell gut dastehen;
Ältere einbeziehen
Aufgrund des kalendarischen Alters müssen ältere Menschen für bestimmte Geschäfte, etwa zum Abschluss eines Vertrages (bspw. beim Hausverkauf), den Nachweis geistiger Gesundheit erbringen, und während Erwerbstätige mit einer Hörbehinderung eine Pauschalvergütung für beide Ohren (Fr. 840.– bzw. 1650.–) erhalten, wird Hörbehinderten im Pensioniertenalter nur eine Pauschale für ein Ohr zu 75% (Fr. 630.–) vergütet. Inklusion statt Exklusion bzw. Gleichbehandlung sollte endlich auch für die älteren Generationen gelten.
(Mehr Infos zur interessanten Ausstellung «Dialog mit der Zeit» sind unter:
www.dialogmitderzeit.com oder www.mfk.ch zu finden).

 

Alterserscheinungen für Jüngere erlebbar
Für das Gespräch über die Generationen hinweg ist es sehr nützlich, sich nicht nur zu verstehen, sondern in den Anderen hineinzuversetzen. Ergänzend zum direkten Dialog mit erfahrenen Konsument/-innen bietet die terzStiftung in der Schweiz auch den von Produkt + Projekt entwickelten und produzierten Alterssimulationsanzug GERT an – zum Kauf sowie für Schulungen.
Dieses Instrument kann bei Jüngeren zu einem besseren Verständnis von Menschen im fragilen Alter (4. Generation), aber auch zur Verbesserung von Dienstleistungen und Produkten für die älteren Konsument/-innen beitragen. Viele renommierte Hochschulen, Bildungsinstitute, Organisationen und Unternehmen setzen den Alterssimulationsanzug GERT sehr erfolgreich ein. Er bietet die Möglichkeit, typische Einschränkungen von Älteren (die aber gleichwohl nicht jedermann betreffen) auch für Jüngere erlebbar zu machen.
Interessierte finden Informationen über den GERT in der Schweiz unter
 www.terzstiftung.ch

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