Der Winter ist fort. Die Natur erwacht.  Die Zeit des Nichtstun ist endgültig vorbei. Die Vögel zwitschern es von den Dächern – unverkennbar, der Frühling ist da! Nun heisst es: Runter vom Sofa.

Nehmen Sie den Schweinehund an die Leine. Nichts bringt müde und antriebslose Geister so gut in Schwung, wie körperliche Aktivität. Der Lichtmangel in der kalten Jahreszeit hat uns schlapp gemacht. Der Stoffwechsel kommt nach der Winterpause erst langsam wieder auf Touren und muss sich auf die warme Jahreszeit erst wieder umstellen. Ein wirksames Mittel gegen die Frühjahrsmüdigkeit ist vor allem Bewegung: Laufen, Licht und Luft. Da hilft schon ein ausgedehnter täglicher Spaziergang. Die Lust auf Bewegung kommt bei den meisten Menschen von ganz alleine. Dann nämlich, wenn die Sonne lockt. Folgen Sie diesem natürlichen Reiz und verabreden Sie sich mit Freunden oder Bekannten. Verabreden Sie sich zu festen Terminen. Damit geben Sie auch dem inneren Schweinehund keine Chance. Sie werden sehen, in Gesellschaft macht alles gleich mehr Spass.

Tipps
Bringen Sie Ihr Immunsystem mit warm-kalten Wechselduschen in Schwung.
Nehmen Sie leichte Kost zu sich und essen Sie mehrmals am Tag Obst und Gemüse.
Essen Sie ausgewogen und vollwertig. Wechseln Sie ab zwischen tierischem Protein (Fleisch/Wurst), pflanzlichem Eiweiss (Getreide/Hülsenfrüchte) und Fisch und ab und zu einem Ei.
Bewegen Sie sich regelmässig, tanken Sie Sonne und kurbeln Sie damit Ihren Hormonstoffwechsel und Ihr Immunsystem an.
Suchen Sie sich Gleichgesinnte. Dann macht Bewegung gleich doppelt so viel Spass.
Lernen Sie etwas Neues. Jede Herausforderung ist gut für das Gehirn.
Wer rastet, der rostet
In Schwung kommen kann jeder. Die Dosierung machts. Für mehr Bewegung im Alltag sorgen bereits Treppensteigen statt Liftfahren, ein ausgiebiger Frühjahrsputz und öfter mal zu Fuss Einkaufen gehen. Auch Gartenarbeit (sofern vorhanden) tut gut. Und Hand aufs Herz: Eine Stunde joggen am Stück schaffen nur Trainierte. Zwei Stunden Gartenarbeit sind da schon eher zu bewältigen, man muss sich nur dazu aufraffen. Früher glaubte man, dass der Verlust an Muskelmasse ein natürlicher Prozess des Alterns ist. Heute weiss man: Es ist vor allem das Ergebnis einer zunehmenden Inaktivität beim Älterwerden. Bewegung ist also notwendig, um die körperlichen Funktionen aufrechtzuerhalten, die Selbstständigkeit und Mobilität zu sichern. Dazu gehören neben Kraft- und Ausdauersport auch Gleichgewichtsschulung und Bewegungskoordination.
Bewegung hält gesund
Immer mehr Studien belegen die Abhängigkeit von moderater, regelmässiger Bewegung und körperlicher und geistiger Beweglichkeit bis ins hohe Alter. Bedenken Sie, wer mit zunehmendem Alter seine Muskeln schont statt aktiviert, muss damit rechnen,
dass die Muskelkraft um 1 bis 2% pro Jahr abnimmt
dass die Standsicherheit um 7% pro Jahr nachlässt
dass das Gehtempo um bis zu 5% pro Jahr langsamer wird
dass das Risiko an Demenz zu erkranken zunimmt
anfälliger auf Stimmungsschwankungen und Depression zu reagieren
Wie und wie oft sollte man sich idealerweise bewegen?
Um die eigene Fitness unter gesundheitlichen Gesichtspunkten zu steigern und um das Herzinfarktrisiko zu senken, genügt bereits schnelleres Gehen für jeweils 30 Minuten, fünfmal die Woche. Wer zwei- bis dreimal die Woche Sport machen möchte, sollte immer einen Tag Pause dazwischen schalten. Selbst Depressionen können durch Sport vermindert werden. So hilft es uns auch, aus unserem Wintertief zu erwachen und Frühlingsgefühle zu entwickeln. Wer vor allem Kondition aufbauen möchte, ist mit Ausdauersportarten – zwei Mal wöchentlich 30 bis 45 Minuten lang – bestens bedient. Nach dem Motto «Laufen ohne zu schnaufen» sollte man bei diesem Bewegungskonzept subjektiv immer das Gefühl haben, sich zu unterfordern – genau dann stimmt die Trainingsintensität, so Prof. Dr. Ingo Froböse, Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule Köln. Wenn es um Muskelaufbau geht, beispielsweise mit gezielter Gymnastik oder an Fitnessgeräten, reichen zwei wöchentliche Trainingseinheiten à 15 bis 20 Minuten. Hier gilt: Bei der letzten Wiederholung einer Übung sollten die trainierten Muskeln leicht «brennen»; man soll spüren, dass man etwas getan hat. Wichtig ist aber, dass man regelmässig etwas macht.n

Sturzprävention – Für mehr 
Sicherheit und Lebensqualität
Ein Sturz im Alter ist oft gleichbedeutend mit einer Einbusse an Lebensqualität und Mobilität. Die Angst vor einem weiteren Sturz ist bei Betroffenen sehr gross und beeinträchtigt nachweislich das Verhalten. Stürze gehören jedoch nicht unausweichlich zum Alterungsprozess.
In einer Vielzahl von Studien konnte nachgewiesen werden, dass regelmässiges Kraft- und Gleichgewichtstraining das Sturzrisiko vermindern. Die Kampagne «sicher stehen – sicher gehen» vom bfu und Pro Senectute lanciert, geht das Thema Sturzprävention bewusst lustvoll, spielerisch und niederschwellig an. Sie animiert Männer wie Frauen ab der Lebensmitte, sich mehr zu bewegen. Auf www.sichergehen.ch turnt ein Demoteam neue Übungen vor, die bereits nach sechs Wochen Wirkung zeigen. Untersuchungen zeigen zudem, dass Teilnehmende von fachgerecht angeleiteten Gruppentrainings, signifikante Verbesserungen von Kraft und Gleichgewicht erfuhren. Ein Grund mehr sich gleich in einem der zahlreichen Kurse, Nordic Walking, FitGym, Everdance oder Zumba usw. der Pro Senectute Thurgau einzuschreiben unter www.tg.pro-senectute.ch.
Getreu dem Motto «Gemeinsam statt einsam» findet der nächste Kurs für «Kraft, Gleichgewicht und Laufschulung» von Pro Senectute schon bald in Frauenfeld statt: Sechsmal zwei Lektionen am Montag, 11. April bis 23. Mai. Anmeldung: Pro Senectute Thurgau, Weinfelden, Tel. 071 626 10 83.

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