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Am 08. Februar 2016 startet die NAGRA die 3D Seismik Bodenerkundungs-Kampagne mit den weissen Sonar-Messfahrzeugen der DMT, um die Planung und den Bau des Endlagers für hoch radioaktive Abfallstoffe auf dem Zürcher Kantonsgebiet nahe Truttingen vorzubereiten. – Der Inhalt von ca. 1.460 Castor Behältern (1.385 m3) soll in nur 500 Metern Tiefe in einer nur 7 m2 grossen Tonstein Linse im Weinland eingelagert werden. In einem dicht besiedelten Bereich der Schweiz, wo es doch im Kanton Uri und Glarus steinige Täler gibt, in denen kaum jemand lebt. – Als Dipl.-Ing. und Endlager Fachplaner aus Deutschland ist mir das alles völlig unverständlich.

Warum eine so grosse Menge hoch radioaktivem und extrem toxischen Atommüll (beinahe so viel wie in Deutschland) in einem bevölkerungsreichen Ballungsraum einlagern ? – Nach 500 bis 800 Jahren gehen die Behälter aus Korrosion langsam auf und entlassen Nuklide in die Geologie die über 1 Millionen Jahre lang strahlen – das IOD 129 hat sogar eine Halbwertszeit von 14,5 Mio. Jahren. – Die Geologie ist mit 7 m2 und einer Schichtmächtigkeit von nur ca. 80 Metern viel zu klein und zu dünn als das man von einem einschlusswirksamen Gebirgsbereich sprechen könnte. Nach den Kriterien der deutschen Kommission Endlagerung wäre das bereits 2 „Ausschluss-Kriterien“. Die Einlagerungstiefe ist mit ca. 500 Metern sehr mangelhaft und es gibt weltweit kein Vorbild für ein nukleares Endlager in Tonstein. – Der hält nämlich nur dicht solange er feucht ist ! – Wärmeentwickelnden Abfälle in dieser Mengen entwickeln aber eine Wärmeleistung von ca. 4,5 MW und trocknen den Tonstein so weit aus, das er rissig wird.

Ich arbeite seit 4 Jahren als Dipl.-Ing. in der Schweiz, kenne als Endlager Planer aber die aktuellen technischen Möglichkeiten der Bohrtechnik recht gut. Die Firma Herrenknecht, bekannt für Ihre Tunnelbaumaschinen baut zur Zeit eine Schachtbohrmaschine die bis zu 2.000 Meter tief bohren kann – und das bei einem Durchmesser von 12 Meter – und das im Festgestein der unbesiedelten Täler im Uri oder im Kanton Glarus. Dort kann man die Castoren oder die Schweizer Endlagerbehälter in eine künstliche, aber viel leistungsfähigere Beton-Geologie eingiessen. Und dann liegen sie tief, in der dünnst besiedelten Region. Mit drei dieser grossen 12 Meter Löcher kann man die gesamte Menge des Schweizer Hoch Aktiven Abfalls (HAA) entsorgen ohne zukünftige Schweizer im Weinland mit tatsächlich schon eingeplanten Strahlungswerten zu belasten.

Weil Jura Ost zu nah am Erdbeben Hotspot Basel liegt, und die Nagra sich selbst gegen Nördliche Lägern entschieden hat. wird es wohl bei der Planung Zürich NordOst bleiben – Es liegt an Ihnen, ob Sie den Messfahrzeugen eine Botschaft mitgeben und der Nagra mal die Meinung sagen – oder auch nicht. Sie werden die gefährlichsten oberirdischen Anlagen im Kanton haben und nachfolgenden Generationen schwere Lasten aufbürden weil 500 Meter Tiefe eben kein genügender Abstand sind – aber die Tonstein Linse liegt halt nicht tiefer – man misst in der Hoffnung das die Tonsteinlinse vielleicht doch noch etwas grosser ist …

Mit besten Grüssen

Volker Goebel

Dipl.-Ing. / Brunnen

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