Im Juli erlebt Stein am Rhein die achte Aufführung des 
«No e Wili». Träger des 1924 uraufgeführten, erfolgreichen und 
vielbeachteten Freilichtspiels ist seit 1981 der gleichnamige Verein.

W1_SH_004_2104_Altstadt_2spNach 9-jähriger Pause ist es in diesem Sommer nun wieder soweit. Zwischen 9. Juli und 13. August findet in der historischen Altstadt von Stein am Rhein, im Rahmen der Mittelalterfestlichkeiten des Jubiläums «600 Jahre Konzil zu Konstanz» das Freilichtspiel «No e Wili» statt. Hinter dem Grossereignis mit rund 250 Laienschauspielern und über 100 Helfern aus der Region steht der «No e Wili-Verein». Dessen Präsident ist der Steiner André Ullmann. «Das ‹No e Wili› möchte, wie schon bei seiner Erstaufführung auch, die Bevölkerung zusammenführen und bei Zuschauern und Schauspielern Begeisterung für das Thema wecken und diese so auch weitertragen.»
«No e Wili»-Legende
Den Hintergrund für das beliebte Freilichtspiel bildet eine legendenhafte und tragische Episode aus der spätmittelalterlichen Geschichte von Stein am Rhein. Um nichts weniger als um grosses Heldentum und um gemeinen Verrat geht es in ihr. Stein wird dabei zum Schauplatz eines Stellvertreterkonflikts grösserer Mächte. Am Ende des 15. Jahrhunderts hatten sowohl die Eidgenossen als auch die Habsburger ein Auge auf die 1457 reichsfrei gewordene Stadt geworfen. Mit den Ersteren war man via Schaffhausen und Zürich verbündet. Aber auch für Letztere gab es in Stein starke Befürworter. Einer davon war der ehemalige Steiner Bürgermeister Hans Laitzer. Überzeugt von seiner Sache entwickelte dieser ein mörderisches Komplott, das es zum Ziel hatte Stein dem hegauischen Adel und damit letztlich dem Einfluss Habsburgs zuzuführen. Die Losung fürs Losschlagen soll «No e Wili» geheissen haben. Durch Zufall wurde die Affaire aufgedeckt und Laitzer bezahlte sie letztlich mit dem Leben. Historisch ganz verbürgt ist die Geschichte nicht. Für die Bühne, respektive das Kopfsteinpflaster eignet sie sich aber besonders gut. Heinrich Waldvogel erkannte das schon früh. Sein Stück «No e Wili» aus den frühen 20er-Jahren ist bis heute die Grundlage für die Inszenierung.
Verein
Seit seiner Erstaufführung 1924 haben mehr als 100’000 Personen das «No e Wili» gesehen. 2016 wird es zum achten Mal gegeben. Organisiert und geplant wird es vom 1981 ins Leben gerufenen «No e Wili-Verein». «Die lange Pause nach der Aufführung von 1957 zeigte, dass eine organisatorische und personelle Basis für das Ereignis notwendig geworden war. Nicht zuletzt auch um die Idee des ‹No e Wili› weiterzugeben.» Der Gedanke, einen Verein als Grundlage und Garanten für künftige Aufführungen zu gründen lag da nahe. 1986 erfolgte die erste Produktion unter dessen Ägide. In Stein am Rhein ist er heute, mit seinen rund 400 Mitgliedern wohl der grösste. «Aus dem Verein heraus kam seit da jeweils die Initiative für die weiteren Aufführungen 1991, 1998 und 2007 und vor allem auch das Gespür für den richtigen den Zeitpunkt dafür.» Mit dem Jubiläum des Konzils zu Konstanz war der gegeben und ab 2012 begannen die Planungen für das aktuelle «No e Wili». Mehr dazu unter: www.noewili2016.ch

André Ullmann
W1_SH_004_2104_Ullmann_1spist seit 2005 Präsident des «No E Wili-Vereins» und gleichzeitig auch OK-Präsident der aktuellen Produktion. Als Jörg Weber, einem Fürsprecher der Eidgenossen im damaligen Stein, nimmt er daran teil. 2016 ist Ullmanns fünftes «No e Wili». Der Geschäftsführer einer Vermögensverwaltungsfirma ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Töcher, die auch beide am aktuellen Freilichtspiel teilnehmen.

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