Zum 26. Mal findet zwischen dem 4. und 8. Mai das Bachfest in Schaffhausen statt. Eng verbunden mit diesem ist die Internationale Bachgesellschaft Schaffhausen. 2016 wird sie 70 Jahre alt.

Vor zwei Jahren fand in Schaffhausen das letzte Bachfest unter dem Motto «Bach festlich» statt. Feierte das auch international vielbeachtete Ereignis damals sein 25. Jubiläum, so erlebt es 2016, zwischen dem 4. und 8. Mai seine 26. Auflage. Organisiert und veranstaltet wird das Bachfest als Kooperationswerk zwischen der Stadt Schaffhausen und der Internationalen Bachgesellschaft Schaffhausen (IBG). Gerade letztere begeht mit dem aktuellen musikalischen Erlebnis der besonderen Art nun auch ihren 70. Geburtstag.
IBG Schaffhausen
Gegründet wurde die IBG 1946. Unter den damals noch frischen Eindrücken des 2. Weltkriegs formierte sich um Personen wie den Eglisauer Walther Reinhardt und den damaligen Stadtpräsidenten von Schaffhausen, Walter Bringolf, Mitte der 40er-Jahre des letzten Jahrhunderts erstmals die Idee, ein Bachfest in Schaffhausen zu veranstalten. Anstoss dazu war der Gedanke, mittels der Musik von Bach einen ersten musikalisch- kulturellen Brückenkopf zum rund herum zerstörten Europa aufzubauen und damit einen Neuanfang anzuregen. «Gerade Bach eignet sich besonders gut dafür. Es gibt wohl keinen grösseren Freundschaftsförderer als sein musikalisches Werk», meint Christoph Froehlich, Co-Präsident der IBG, in diesem Zusammenhang. Die Idee für das erste Bachfest fand rasch Anklang und im Patronatskomitee versammelten sich renommierte Persönlichkeiten wie der Cellist Pablo Casals oder die Komponisten Othmar Schoeck und Frank Martin. Auch prominente Vertreter aus Industrie und Politik fehlten nicht. Ehrenpräsident und Galionsfigur des ersten Bachfestes wurde der bekannte Arzt Albert Schweitzer. Gemeinsam war ihnen allen die Liebe zu Bachs Musik. Was zunächst als einmaliges Ereignis im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung des im Krieg stark beschädigten Museums zu Allerheiligen im Mai 1946 geplant gewesen war, wurde zum vollen Erfolg. «Der Start war fulminant. Man beschloss das Bachfest auch künftig weiter zu veranstalten.» Als Garant für das Fortbestehen des Bachfestes entstand dafür gleichzeitig die IBG. Zahlreiche Mitglieder aus dem ursprünglichen Patronatscomité sollten zu deren Gründungsmitglieder werden.
Bach unterwegs
Zusammen mit Vertretern der Stadt Schaffhausen erarbeitet die IBG seit damals das Programm für das Bachfest und setzt auch dessen jeweilige musikalische Schwerpunkte. Seit 2012 findet es alle zwei Jahre statt und beginnt immer am Vorabend von Christi Himmelfahrt. In diesem Jahr liegt der Fokus der Konzerte auf den räumlichen Wirkungsfeldern von Bach. So sind unter dem Motto «Bach unterwegs» einzelne Lebensstationen Bachs und seine länderübergreifende Wirkung durch die Zeit hindurch die musikalischen Themen des diesjährigen Bachfestes. Ein Beispiel dafür ist Bachs Auseinandersetzung mit dem Werk von Antonio Vivaldi. Bach, der selbst nie in Italien gewesen war, war ein grosser Bewunderer Vivaldis und setzte sich auch intensiv mit dessen Werk auseinander. Was daraus entstand wird man auszugsweise am 5. Mai in Hallau hören können. Ein anderes Beispiel ist das im Schaffhauser Münster am 7. Mai gegebene Orgelkonzert, wo Werke von Musikern im Zentrum stehen sollen, die für den jungen Bach und seine späteren Kompositionen prägend waren. Erfahren Sie mehr zu diesem kulturellen Höhepunkt im Raum Schaffhausen unter 
www.bachfest.ch und zur IBG unter www.int-bachgesellschaft.ch

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