Wenn von Mitte Februar bis Ende April das Gros des Jahrgangs 2014 in die Flaschen kommt, werden sich die Winzer an ein Rebjahr erinnern, das fast zu gut begonnen hatte und beinahe schlecht geendet hätte.

Wie weiter gegen die KEF? «Die vereinzelten, kalten Nächte zum Jahresausklang haben wahrscheinlich zu einer gewissen Reduktion der Kirschessigfliegen-Population geführt. Gleichwohl müssen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sich diese Fliege nicht so einfach wieder vertreiben lässt. Wir wissen heute, dass dieses Insekt durch seine Anpassungsfähigkeit und das breite Nahrungsangebot, das sie in unseren Breiten findet, ausgezeichnete Bedingungen vorfindet. Auch liebt sie feuchtwarme Witterung mit gelegentlichen Niederschlägen. Die KEF ist so gesehen kein gewöhnliches Insekt und braucht innovative Bekämpfungsformen. Grundsätzlich gilt es, das Bewährte beizubehalten und mit neuen Ansätzen geschickt zu ergänzen.» Markus Leumann, dipl. Ing. Agr. ETH, Leiter Fachstelle Weinbau SH/TG

Wie weiter gegen die KEF?
«Die vereinzelten, kalten Nächte zum Jahresausklang haben wahrscheinlich zu einer gewissen Reduktion der Kirschessigfliegen-Population geführt. Gleichwohl müssen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sich diese Fliege nicht so einfach wieder vertreiben lässt. Wir wissen heute, dass dieses Insekt durch seine Anpassungsfähigkeit und das breite Nahrungsangebot, das sie in unseren Breiten findet, ausgezeichnete Bedingungen vorfindet. Auch liebt sie feuchtwarme Witterung mit gelegentlichen Niederschlägen. Die KEF ist so gesehen kein gewöhnliches Insekt und braucht innovative Bekämpfungsformen. Grundsätzlich gilt es, das Bewährte beizubehalten und mit neuen Ansätzen geschickt zu ergänzen.»
Markus Leumann, dipl. Ing. Agr. ETH, Leiter Fachstelle Weinbau SH/TG

W2_FF_016_2901_Wein-o_2spEin milder, frühlingshafter Winter und ein sonniger Frühling bestimmten das erste Halbjahr. Das Düngen und anschliessende Erlesen mit der Reduktion auf fünf bis sieben Triebe pro Quadratmeter fand früher als in anderen Jahren statt. Frostschäden traten keine auf, und nach dem Pflanzenschutz im Mai widmeten sich die Winzer im Juni dem Festbinden und Auslauben der Reben, die ein rasantes Wachstum an den Tag gelegt hatten. Entsprechend positiv fiel die Bilanz der Fachstelle Weinbau Schaffhausen/Thurgau Anfang Juli aus: «Die erste Hälfte des Jahres und damit auch die ersten knapp drei Monate seit dem Austrieb der Reben waren geprägt von optimalen Wachstumsbedingungen, zwischenzeitlichen Stockungen, aber alles voll im Fahrplan und grundsätzlich ohne nennenswerte Probleme. Mit den nun anstehenden Arbeiten wird der Grundstein für die optimale Traubenqualität gelegt.»
Subtropischer Sommer
Der Juli und die ersten Augustwochen brachten Tage mit 30 Grad Celsius plus, viel Regen und eine Luftfeuchtigkeit von oft bis zu 90 Prozent. Dieses Waschküchen-Wetter sorgte für ein erneutes üppiges Wachstum und «Überstunden» bei den Laubarbeiten und bei der Ertragsregulierung. Es setzte aber auch eine Entwicklung in Gang, die der Branche noch grosse Sorgen machen sollte: Nicht nur bildeten sich in den Kulturen Infektionsherde und ein Mikroklima für Pilzkrankheiten, es tauchte Mitte August auch die Kirschessigfliege auf, die zusammen mit zahlreichen weiteren Insekten vom Klima geschont worden war und sich nun in grosser Zahl erstmals auf die Trauben stürzte (nachdem sie sich bisher mit Beeren und Obst «begnügt» hatte). Konventionelle Gegenmassnahmen wie gutes Auslauben, Kurzhalten der Einsaaten und Aufstellen von Becherfallen für den Massenfang brachten eine gewisse Entlastung, vielerorts mussten aber auch Insektizide eingesetzt werden, für die eine Sonderbewilligung beim Nachweis von Befall erteilt wurde.
Aufwändiger Herbst
Ende September stand fest, dass die Bekämpfung der asiatischen Fliege gewirkt hatte. Kalte Nächte und sonnige, trockene Tage trugen weiter zur Entspannung bei. Sie förderten den Reifeprozess der Trauben und sorgten für eine verminderte Aktivität der Taufliege. Fazit der Winzer nach der Lese Ende Oktober: Die Insektenbekämpfung von August bis Lesebeginn war eine Sisyphusarbeit gewesen, und der Aufwand beim Wümmen wegen des Herausschneidens von Traubenbeeren, die von der Kirschessigfliege oder von der Stiellähme befallen waren, doppelt bis dreifach. Aber, und auch darin war man sich einig: Dieser Aufwand hatte sich gelohnt. Denn die Mengen lagen über alle Sorten hinweg gesehen im langjährigen Mittel, und was in den Keller kam, war gut bis sehr gut. Die Weissweine entwickelten sich prächtig und die Roten zeigten bereits ein vielversprechendes Aroma, hiess es. Wovon sich die Liebhaber von Ostschweizer Wein schon bald im Glas überzeugen können.

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