Wie komplex die Herstellung eines Barrique von der Auswahl 
des Holzes über die Daubenproduktion bis zum Toasting ist, zeigt das Beispiel der Küferei der spanischen Bodega Rioja Vega.

W2_FF_006_2502_Barrique-u_2sp

Mit Barriques verschiedener Herkunft auf gutem Fuss: Jimmy Saxer, Weingut Saxer.zVg

Die Auswahl und das Einkaufen von Eichenholz ist eine grosse Wissenschaft und erfordert jahrelange Erfahrung. In den meisten Fällen werden ganze Eichenbaumstämme eingekauft. Die Küfer oder ihre Aufkäufer inspizieren den Holzschlag und verhandeln mit den Forstwirten. Sie zeigen ihr Kaufinteresse und schätzen jeden Teil der Bäume. Der Verkauf findet jeweils im September und Oktober statt.
Dauben- und Bodenproduktion
Nach der Anlieferung der ganzen Stämme werden diese mit dem Bohrspeitel gespaltet und zu schmalen Holzbrettern, so genannten Dauben, geschnitten. Diese werden während 1’000 Tagen im Freien gelagert. Wenn die überschüssigen Gerbstoffe ausgeschwemmt sind, wird der Daubenrohling auf eine vorgegebene gleichmässige Breite und Länge gehobelt und geschliffen.
Es werden zirka sechs bis zehn verschiedene Holzbretter zusammengeleimt. Aus diesem Brett wird ein runder Deckel ausgesägt. Nach dem Hobeln und Schleifen entsteht so der Boden der Barriques. Nach der Produktion werden die Böden stapelweise gelagert, damit diese ganz am Schluss eingesetzt werden können.
Fassherstellung und Toasting
Wichtig ist, dass der Rohling nun seine genaue Form und Kanten besitzt. Die konisch zugeschnittenen Dauben fügt der Küfer mit Hilfe eines Metallrings, der für den Halt sorgt, aneinander. Ist der Kreis des Fasses geschlossen, schlägt der Küfer einen zweiten und dritten Reifen darüber, um ihn zu sichern.
In der Mitte des Daubenkranzes wird nun ein Feuer gemacht. Durch das Befeuchten der Dauben wird das Holz geschmeidig und kann in seine richtige Form gebracht werden. Der Kranz wird während der Erwärmung und Befeuchtung mit einem Stahlseil zusammengezogen. So erhält der Kranz seine richtige Form. Wie stark das Fass dabei erhitzt wird, nimmt einen entscheidenden Einfluss auf die Aromen, die es später dem Wein abgibt.
Der letzte Schliff
Nach dem Erhitzen bilden die Dauben auch auf der zweiten Seite einen vollkommenen Kreis, sodass man ihn mit einem Reifen einfassen kann. Die Stahlringe, welche die Dauben zusammenhalten, werden noch richtig angepasst. Jetzt bohrt der Küfer ein Spundloch ins Eichenholz und fräst es zur vorgeschriebenen Grösse aus. Danach werden die zwei Böden eingesetzt. Sobald alles eingesetzt ist, bekommt das Fass aussen seinen letzten Schliff.
Mit freundlicher Genehmigung von RutishauserBarossa, Scherzingen. Dieser Beitag erschien erstmals in der «Weinpost» 8/13 von RutishauserBarossa.

No Comments