Ein gelungener Handstreich: Das NordOstCombi bringt 25 von der Publicitas unabhängige Gratistitel zusammen.
Man nehme die 22 Gratis-Wochenblätter des Ostschweizer Verlagshauses Zehnder, kombiniere diese im Norden mit dem Schaffhauser Bock und dem Singener Wochenblatt (rund um den Bodensee) und im Zürcher Unterland mit dem Wochenspiegel – und fertig ist NordOstCombi (NOC), der grösste Schweizer Zeitungspool.

Die Idee zu diesem Verbund stammt von Felix Walder, dem ehemaligen Verlagsleiter der Schaffhauser Nachrichten. Doch offenbar war es ein Kunststück ganz eigener Prägung, die 25 Flöhe in einen Sack zu stecken. «Dieses Produkt gab es bisher nur deshalb nicht, weil jedermann den Aufwand der Aufbauarbeit scheute», schrieb etwa das von Zehnder unabhängige NOC Mitglied Wochenspiegel. Der wirtschaftliche Leidensdruck wog stärker als die Tatsache, dass der Kombi-Rabatt einzelne Titel bis zu 50 Prozent bluten lässt.
Über die Grenze hinaus
Seit September ist das Kombi nun mit einer Gesamtauflage von 782 700 Exemplaren im Angebot – bis zum Jahresende mit der Einführungsaktion «Drei für zwei». Es besteht aus vier Erweiterungsmodulen, wobei das vierte Modul mit der Einbindung des Singener Wochenblatts eine Brücke nach Deutschland schlägt und bei Bedarf den Anschluss zum ABC Südwest Verbund, dem führenden Wochenzeitungspool im Bundesland Baden Württemberg (eine Million Exemplare), herstellt.

Gebucht wird exklusiv über Felix Walders Firma WYPAG AG in Bülach (www.wypag.ch). Diese weist schon erste Erfolge auf: «In der Startphase haben Vertreter der Branchen Wohnen/Einrichtung, Dentalbereich, Gesundheit, Ausbildung/Schulen, Ausstellungen, Stellen und Liegenschaften Anzeigen geschaltet», sagt Walder – alles Neukunden für die NOC Titel.
Offerten für 2,8 Millionen
Umsatzzahlen für die ersten drei Monate will der initiative Anzeigenverkäufer Walder zwar keine nennen, er gibt aber bekannt, dass einige Grosskunden für das Jahr 2004 fest gebucht haben und dass Offerten für rund 2,8 Millionen Franken geschrieben wurden. «Das heisst aber noch lange nicht, dass alle Kunden tatsächlich das NOC buchen werden», fügt der umtriebige Medienprofi hinzu. Für die Aufbauarbeit rechnet er etwa drei Jahre, bis dahin glaubt er einen Umsatz von fünf bis sieben Millionen Franken erreichen zu können. Dabei schliesst Walder nicht aus, dass weitere Mitglieder dem NOC beitreten würden. Erste Anfragen lägen ihm bereits vor, sagt er.

werbewoche 46_2003

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